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Prompting

Wie schreibt man einen guten Prompt? 12 Regeln für Bilder

Ein guter Bildprompt beschreibt die Szene in Sätzen mit konkreten, zeigbaren Details. Wir haben 12 Regeln mit Vorher-nachher-Beispielen und den Empfehlungen aus den offiziellen Dokumentationen zusammengestellt.

Zling AI Team6 Min. Lesezeit

Schulterblick auf jemanden, der am Laptop auf einem Holztisch tippt; daneben liegt ein Notizbuch mit Skizzen und eine Tasse Kaffee

Kurze Antwort: Ein guter Bildprompt beschreibt die Szene nicht als Stichwortliste, sondern in wenigen Sätzen mit konkreten, zeigbaren Details: wer, wo, was gerade passiert, woher das Licht kommt und wo die Kamera steht. Die Gemini-Dokumentation von Google und der Leitfaden von Black Forest Labs (FLUX) gehen in dieselbe Richtung. Im Folgenden stellen wir 12 Regeln vor, jede mit einem Vorher-nachher-Beispiel. Die Regeln sind nicht an ein Werkzeug gebunden und funktionieren bei den meisten Modellen.

Was sollte ein Bildprompt enthalten?

Der Leitfaden von BFL schlägt als Gerüst vor: Motiv, Ort, Stil, Kameraeinstellungen, Licht, Farben, Effekt und zusätzliche Elemente. Er betont, dass dies ein Ausgangspunkt und keine starre Formel ist. Kurze Prompts funktionieren ebenfalls; Details solltest du nur dort ergänzen, wo du Kontrolle willst. Auch die Gemini-Dokumentation sieht das so: Je reicher du die Szene beschreibst, desto mehr Kontrolle hast du über das Ergebnis.

Die 12 Regeln

1. Beschreibe eine Szene, keine Stichwortliste

Die Kernempfehlung der Gemini-Dokumentation lautet, die Szene ausführlich und in fließender Sprache zu beschreiben. Statt „Katze, Fenster, Sonne“ solltest du die Zusammenhänge formulieren.

Vorher: cat, window, sun, cozy

Nachher: A gray cat sleeps on a wooden windowsill while afternoon sun falls across its back and the curtains.

2. Nenne zuerst das Motiv

Der BFL-Leitfaden rät, zuerst das Motiv zu nennen und danach die Details, die du kontrollieren willst. Steht das Motiv am Satzanfang, versteht das Modell leichter, was im Mittelpunkt steht.

Vorher: At sunset near the sea, there is an old fisherman with a boat and nets.

Nachher: An old fisherman mending a net beside his wooden boat, on a rocky beach at sunset.

3. Schreibe zeigbare Details statt „schön“ und „Meisterwerk“

BFL empfiehlt, Details zu schreiben, auf die man zeigen könnte, und unscharfes Lob wie „beautiful“, „iconic“ oder „masterpiece“ zu vermeiden. Jede Formulierung sollte etwas benennen, das im Bild zu sehen sein kann.

Vorher: a beautiful masterpiece of a kitchen

Nachher: A small kitchen with white tiles, a copper kettle on the stove, and a bowl of lemons on a wooden counter.

4. Gib Kontext und Zweck an

Wenn du sagst, wofür das Bild gedacht ist, hilft das dem Modell, Ton und Komposition zu wählen: Ein warmes Foto für eine Café-Karte ist nicht dasselbe wie ein Technik-Plakat.

Vorher: a coffee cup

Nachher: A product photo of a ceramic coffee cup for a small café's menu, warm and inviting, space on the left for text.

5. Benenne das Licht

BFL empfiehlt, Richtung und Qualität des Lichts zu beschreiben: Hartes, gerichtetes Licht erzeugt lange, scharfe Schatten, weiches Licht macht das Gegenteil. Statt „gutes Licht“ solltest du die Quelle beschreiben.

Vorher: a portrait with nice lighting

Nachher: A portrait lit by soft window light from the left, gentle shadows on the right side of the face.

6. Nenne Bildausschnitt und Kamera

Die fotorealistische Vorlage in der Gemini-Dokumentation führt Aufnahmeart, Kamerawinkel und Objektiv ausdrücklich auf. Begriffe wie „Weitwinkel“, „Makro“ oder „Untersicht“ bestimmen die Komposition.

Vorher: a mountain road

Nachher: A wide-angle shot from a low angle of a winding mountain road at dawn, mist in the valley below.

7. Nenne Medium und Stil ausdrücklich

Foto, Aquarell, Vektorzeichnung? In den Beispieltexten von BFL stehen Medium und Stil ganz vorn. Die Gemini-Dokumentation empfiehlt außerdem, bei stilisierten Arbeiten wie Sticker oder Illustrationen visuelle Details wie Linienstärke und Farbe zu beschreiben.

Vorher: a fox in the forest

Nachher: A flat vector illustration of a red fox in a pine forest, bold outlines, limited palette of orange, teal and cream.

8. Setze Text in Anführungszeichen

Der BFL-Leitfaden empfiehlt, die exakten Wörter in Anführungszeichen zu setzen und dann zu sagen, wo sie stehen und wie sie aussehen sollen. Die Gemini-Dokumentation verlangt außerdem, Textanordnung, Schriftart und Farbgebung zu beschreiben. Halte den Text kurz und kontrolliere das Ergebnis Buchstabe für Buchstabe.

Vorher: a poster for a book sale

Nachher: A poster with the headline “BOOK SALE” in bold sans-serif capitals at the top, and “Saturday 10-4” in smaller type below, on a cream background.

9. Schreibe, was du willst, nicht, was du nicht willst

Die Dokumentation von BFL zu FLUX 3 Image kennt kein Feld für negative Prompts. Wenn du keine Farbe willst, empfiehlt sie positive Begriffe wie „schwarz-weiß“. Auch die Gemini-Dokumentation rät ähnlich: lieber „eine leere Straße“ als „keine Autos“.

Vorher: a beach with no people

Nachher: An empty beach at early morning, smooth untouched sand and gentle waves.

10. Gib Referenzbildern eine Rolle

Wenn du mehrere Bilder lieferst, empfiehlt BFL, jedes der Reihe nach („image 1“, „image 2“) zu nennen und seine Rolle zu beschreiben. Ohne Rolle rät das Modell, welches Bild die Figur und welches den Stil vorgibt.

Vorher: combine these two pictures

Nachher: Place the person from image 1 into the scene of image 2, keeping the lighting of image 2.

11. Beim Bearbeiten sag, was bleibt

In den Bearbeitungsbeispielen der Gemini-Dokumentation werden Elemente, die sich nicht ändern sollen, ausdrücklich genannt. Ein Satz wie „Ändere nur den Hintergrund; Gesicht, Haare und Kleidung bleiben gleich“ verringert ungewollte Abweichungen.

Vorher: make it sunset

Nachher: Change only the sky to a warm sunset; keep the person, clothing and framing exactly the same.

12. Ändere eine Sache auf einmal und wiederhole

Der Kreislauf, den BFL empfiehlt: einfach anfangen, prüfen, was richtig und was falsch ist, und jeweils ein Detail korrigieren. Auch die Gemini-Dokumentation empfiehlt mehrstufige Unterhaltungen zum Verfeinern. Nutze für schnelle Entwürfe eine niedrige Auflösung und erstelle die finale Version in großer Größe.

Vorher: (fünf Änderungen auf einmal) warmer, brighter, wider, add a dog, remove the car

Nachher: Erste Runde: „add a dog next to the bench“. Zweite Runde: „make the light a little warmer“. Dritte Runde: „remove the parked car on the right“.

Was passiert, wenn sich Regeln widersprechen?

Manche Regeln können gegeneinander wirken: Details zu ergänzen erhöht die Kontrolle, aber ein überlanger Prompt kann das Modell verwirren. Der Rat von BFL ist praktisch: Die meisten Bilder brauchen keine lange Beschreibung. Beginne mit dem Motiv und ergänze nur das Detail, das du kontrollieren willst. Wenn das Ergebnis nicht passt, ändere lieber ein einzelnes Detail und versuche es erneut, statt den Prompt zu verlängern.

Dazu kommt die Frage der Wiederholbarkeit: BFL schreibt, dass FLUX 3 Image kein Seed-Feld hat, und empfiehlt deshalb, denselben Prompt mehrmals auszuführen, bevor man entscheidet, dass eine Änderung nicht gewirkt hat. Urteile nicht anhand eines einzelnen Ergebnisses.

In welcher Sprache sollte man schreiben?

BFL zeigt, dass nicht-englischer Text in Anführungszeichen funktioniert (das Beispiel verwendet „東京“). Die Gemini-Dokumentation nennt bestimmte Sprachen für die beste Leistung, und Türkisch steht nicht auf dieser Liste. Praktischer Ansatz: Schreibe den Prompt auf Englisch, gib den türkischen Text, der im Bild erscheinen soll, in Anführungszeichen exakt an und kontrolliere im Ergebnis die türkischen Zeichen.

Häufige Fehler

  • Schmuckwörter häufen: Statt „8k, Meisterwerk, ultra detailliert“ beschreibe Details, die im Bild zu sehen sein können.
  • Widersprüchliche Angaben: „Dunkle Nacht“ und „helles Sonnenlicht“ im selben Prompt ziehen das Modell in zwei Richtungen.
  • Text ohne Anführungszeichen angeben: Ungekennzeichneter Text kann als Teil der Beschreibung gelesen werden.
  • Viele Änderungen in einem Prompt verlangen: Geh der Reihe nach vor und ändere pro Runde eine Sache.
  • Referenzen keine Rolle geben: Schreibe, wofür jedes Bild da ist.
  • Anhand eines einzelnen Ergebnisses entscheiden: Probiere denselben Prompt einige Male aus.

Zusammenfassung

  • Schreibe Sätze, die eine Szene beschreiben, keine Stichwortliste; stelle das Motiv an den Anfang.
  • Benenne Licht, Ausschnitt, Medium und Stil; meide unscharfes Lob wie „schön“.
  • Setze Text in Anführungszeichen und beschreibe, was du willst, positiv.
  • Gib Referenzbildern eine Rolle; beim Bearbeiten sag, was bleibt.
  • Ändere pro Durchgang eine Sache, teste Entwürfe klein und vergleiche mehrere Ergebnisse.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Prompt sein?

Laut BFL-Leitfaden braucht die Mehrzahl der Bilder keine lange Beschreibung: Beginne mit dem Motiv und ergänze nur die Details, die du kontrollieren willst. Die Gemini-Dokumentation sagt, eine reiche Beschreibung der Szene erhöhe die Kontrolle. Der Mittelweg sind einige klare Sätze.

Sollte ich einen Negativ-Prompt verwenden?

Nicht jedes Modell hat dieses Feld. Die Dokumentation von BFL zu FLUX 3 Image enthält kein Feld für negative Prompts und empfiehlt, das Gewünschte positiv zu beschreiben. Die Gemini-Dokumentation rät zu einem ähnlichen Vorgehen.

Was tun, wenn der Text im Bild verzerrt herauskommt?

Halte den Text kurz, setze die exakten Wörter in Anführungszeichen und beschreibe, wo er steht und wie er aussieht. Kontrolliere das Ergebnis Buchstabe für Buchstabe; falls nötig, mache eine separate Bearbeitungsrunde, die nur den Text korrigiert.

Sollte ich den Prompt auf Türkisch oder Englisch schreiben?

Türkisch gehört nicht zu den Sprachen, die die Gemini-Dokumentation für die beste Leistung nennt. Bei wichtigen Arbeiten ist es berechenbarer, auf Englisch zu schreiben und den türkischen Text, der im Bild erscheinen soll, exakt in Anführungszeichen anzugeben.

Was tun, wenn das Ergebnis nicht meinen Erwartungen entspricht?

Korrigiere ein einzelnes Detail und versuche es erneut, statt den ganzen Prompt umzuschreiben. In Werkzeugen mit Bearbeitungsfunktion hilft es, das Ergebnis zurückzuschicken und nur eine Änderung zu verlangen, damit der Rest konsistent bleibt.

Quellen

  1. Google AI for Developers: Image generation with Gemini (Nano Banana)
  2. Black Forest Labs documentation: Prompting basics
  3. Black Forest Labs documentation: Technical parameters